Eine offizielle Zahl, die viele Notvorrats-Faustregeln relativiert

Wer sich mit Notvorrat beschäftigt, kennt meist die Faustregel: 2 bis 3 Liter Trinkwasser pro Person und Tag. Diese Zahl deckt jedoch nur das reine Trinken ab. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) legt für die staatliche Wassersicherstellung im Zivilschutzfall eine deutlich höhere Menge zugrunde: 15 Liter pro Person und Tag. Der Unterschied lohnt einen genaueren Blick.

15 l/Person/TagOffizielle BBK-Planungsgröße
60 l/TagFür einen 4-Personen-Haushalt
Bis zu 30 TageAuslegung der Notversorgungsstandards

Warum 15 statt 2–3 Liter?

Die 2–3-Liter-Regel bezieht sich ausschließlich auf das, was ein Mensch zum Überleben trinken muss. Die 15-Liter-Größe des BBK berücksichtigt zusätzlich Kochen, Körperhygiene und einen Mindestbedarf an Sauberkeit im Alltag. Sie ist Teil des Wassersicherstellungsgesetzes, das die Bundesrepublik zur Vorbereitung auf Versorgungsausfälle verpflichtet – ergänzt um rund 5.200 Trinkwassernotbrunnen und -quellen, die im Ernstfall zusätzlich aktiviert werden können.

Im Zivilschutzfall gelten abweichend von der regulären Trinkwasserverordnung herabgesetzte Qualitätsstandards für die Notversorgung – ausgelegt für eine Versorgungsdauer von bis zu 30 Tagen.

Was 15 Liter pro Tag für einen Haushalt bedeuten

Bei einem 4-Personen-Haushalt ergibt das einen Tagesbedarf von 60 Litern – und damit für eine einwöchige Absicherung bereits 420 Liter. Zum Vergleich: Das offizielle BBK-Notvorrat-Konzept für Lebensmittel und Trinken geht üblicherweise von deutlich kleineren Mengen aus, die primär das reine Trinken abdecken. Wer die vollständige 15-Liter-Größe als Vorrat lagern wollte, bräuchte für eine Woche mehrere hundert Liter Stauraum – für viele Haushalte allein aus Platzgründen kaum praktikabel.

Vorrat versus Aufbereitung

Genau an diesem Punkt zeigt sich der praktische Unterschied zwischen Lagerung und Aufbereitung. Ein Wasservorrat ist endlich und muss regelmäßig erneuert werden. Eine Aufbereitungslösung dagegen macht laufend neues Wasser aus verfügbaren Quellen nutzbar – Regenwasser, ein Brunnen, eine Zisterne oder im Zweifel auch Oberflächenwasser, sofern rechtlich zulässig. Das Varuna ONE erzeugt bis zu 50 Liter Trinkwasser pro Stunde – ein 4-Personen-Haushalt mit 60 Litern Tagesbedarf ließe sich damit in deutlich unter zwei Stunden Betriebszeit versorgen, unabhängig vom Stromnetz.

Sinnvoll ist meist eine Kombination: ein kleinerer Grundvorrat für die ersten Stunden ohne Wasserzugang, ergänzt um eine Aufbereitungslösung für den Fall, dass die Situation länger andauert.

Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Wassersicherstellungsgesetz und zugehörige Qualitätsstandards für die Trinkwassernotversorgung.

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